Trockenbau
Feuchtraum-Trockenbau: Imprägnierte Platten richtig setzen
Ob Badezimmer, Duschbereich oder Waschküche: Feuchträume verzeihen keine Fehler beim Trockenbau. Wer hier gewöhnliche Gipskartonplatten verbaut, riskiert Schimmel, Plattenversagen und kostspielige Folgeschäden. Imprägnierte Platten lösen dieses Problem nicht von selbst, sie müssen aber fachgerecht ausgewählt, verarbeitet und angeschlossen werden. Dieser Beitrag zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie der Feuchtraum-Trockenbau gelingt und welche Regeln dabei wirklich zählen.
Wer ein Bad modernisiert oder einen Nassbereich neu errichtet, steht schnell vor einer Grundsatzentscheidung: Welche Platten dürfen hier überhaupt eingebaut werden, und reicht eine einfache Imprägnierung wirklich aus? Die Antwort hängt von der sogenannten Beanspruchungsgruppe des Raumes ab, also davon, wie intensiv und dauerhaft Feuchtigkeit auf die Konstruktion einwirkt.
Imprägnierte Gipskartonplatten, im Handel oft als GKBI-Platten bezeichnet, sind an ihrer grünen Oberfläche erkennbar und deutlich wasserabweisender als Standardplatten. Doch wasserabweisend bedeutet nicht wasserdicht. Erst das Zusammenspiel aus richtiger Plattenauswahl, korrekter Unterkonstruktion, normgerechter Verschraubung und einem vollflächig aufgebrachten Verbundabdichtungssystem ergibt einen dauerhaft funktionierenden Feuchtraumaufbau.
- Imprägnierte Gipskartonplatten (GKBI) sind Pflicht in Feuchträumen wie Bädern und Duschbereichen, ersetzen aber keine vollflächige Verbundabdichtung.
- Die Unterkonstruktion muss aus verzinkten oder rostfreien Stahlprofilen bestehen, Holzständer sind in Nassbereichen ungeeignet.
- Schraubenabstände richten sich nach DIN 18183: an Rändern maximal 150 mm, im Feld maximal 250 mm.
- Anschlussfugen zu Wanne, Dusche und Boden müssen mit dauerelastischem Dichtstoff geschlossen werden, nie mit starrem Mörtel.
- Eine fachgerechte Ausführung schützt vor Schimmel, Strukturversagen und teuren Folgeschäden.
- Was imprägnierte Gipskartonplatten leisten und wo ihre Grenzen liegen
- Wann imprägnierte Platten vorgeschrieben sind: Normen und Beanspruchungsgruppen
- Die richtige Unterkonstruktion: Stahlprofile, Abstände und Brandschutz
- Wie Trockenbauplatten im Feuchtraum befestigt werden: Schrauben, Raster, Technik
- Verbundabdichtung und Anschlussfugen: Das A und O im Nassbereich
- Typische Fehler und wie Sie sie von Anfang an vermeiden
- Kosten, Förderung und Planung: Was Sie vor dem Start wissen sollten
01Was imprägnierte Gipskartonplatten leisten und wo ihre Grenzen liegen
Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern, der beidseitig mit Karton kaschiert ist. Dieser Aufbau ist für trockene Innenräume hervorragend geeignet, reagiert auf dauerhaften Feuchtigkeitseintrag jedoch empfindlich: Der Gipskern quillt, verliert Festigkeit, und der Karton wird zur Wachstumsgrundlage für Schimmelpilze. Imprägnierte Gipskartonplatten begegnen diesem Problem durch hydrophobierende Zusätze im Gipskern und eine imprägnierte Deckschicht.
Die Norm DIN EN 520 unterscheidet verschiedene Plattentypen. Für Feuchträume relevant ist der Typ H, der erhöhte Wasseraufnahme-Widerstandsfähigkeit aufweist. In Deutschland wird dieser Typ üblicherweise als GKBI-Platte vermarktet. Die grüne Farbe der Oberfläche ist kein Qualitätsmerkmal, sondern lediglich ein Erkennungsmerkmal für Verarbeiter.
Entscheidend ist zu verstehen, was Imprägnierung nicht leistet. Sie verhindert kurzfristige Wasseraufnahme, ist aber kein Ersatz für eine Abdichtung. Bei dauerhaftem Wasserstand oder direktem Spritzwasserkontakt ohne zusätzliche Abdichtungsebene versagen auch GKBI-Platten langfristig. Die Abdichtung muss immer als eigenständige Schicht geplant werden, unabhängig davon, welcher Plattentyp zum Einsatz kommt.
Beplankungsstärken imprägnierter Gipskartonplatten nach Anwendungsbereich
Für die Praxis bedeutet das: In einem normalen Badezimmer mit gelegentlichem Spritzwasser reichen GKBI-Platten mit einer ordnungsgemäßen Fliesenlage häufig aus. Im direkten Duschbereich, also in der sogenannten Nasszone 0 und 1 nach DIN 18534, ist zusätzlich ein Verbundabdichtungssystem vorgeschrieben. Wer auf unsere Leistungen im Trockenbau zurückgreift, bekommt beides aus einer Hand.
Neben GKBI-Platten gibt es für extreme Feuchträume weitere Alternativen: Glasfaservlies-ummantelte Gipsfaserplatten oder zementgebundene Bauplatten. Diese kommen vor allem in gewerblichen Feuchträumen, Schwimmbädern oder industriellen Waschanlagen zum Einsatz, wo die Beanspruchung dauerhaft sehr hoch ist. Für den privaten Wohnungsbau sind sie in der Regel überdimensioniert.
Wichtig für Bauherren: Die Entscheidung, welches System für Ihren Feuchtraum geeignet ist, sollte nicht allein anhand der Plattenfarbe getroffen werden. Die Beanspruchungsgruppe des Raumes, die Art der Nutzung und die gewählte Oberflächenstruktur bestimmen gemeinsam den richtigen Systemaufbau.
02Wann imprägnierte Platten vorgeschrieben sind: Normen und Beanspruchungsgruppen
Die Frage, wann imprägnierte Gipskartonplatten verwendet werden müssen, beantwortet die deutsche Norm DIN 18534 in Verbindung mit den Herstellersystembeschreibungen. DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen und definiert vier Beanspruchungsgruppen, abgekürzt W0 bis W3, die von trockener Umgebung bis zu dauerhafter Wasserbelastung reichen.
Beanspruchungsgruppe W0 beschreibt Räume ohne Wassereinwirkung, also Wohnzimmer oder Schlafzimmer. Hier sind Standardplatten völlig ausreichend. Ab Gruppe W1 (gelegentliches Spritzwasser, typisches Badezimmer) empfiehlt die Norm den Einsatz von GKBI-Platten, um die Langlebigkeit der Konstruktion zu sichern. Ab W2 und W3, also im direkten Dusch- und Badewannenbereich, sind GKBI-Platten zusammen mit einem Verbundabdichtungssystem zwingend erforderlich.
Die DGUV Regel 100-010 gibt darüber hinaus Hinweise für gewerbliche Feuchträume, etwa in Betrieben des Gesundheitswesens oder der Lebensmittelverarbeitung. Hier gelten nochmals verschärfte Anforderungen, die über die üblichen Wohnbaunormen hinausgehen.
Für den Wohnungsbau gilt als Faustregel: Jede Wand, die innerhalb von einem Meter um eine Dusche oder Badewanne liegt, sollte mit GKBI-Platten beplankt werden. Wände außerhalb dieser Zone, aber noch im Feuchtraum, können je nach Systemzulassung des Fliesenkleberherstellers ebenfalls GKBI erfordern.
Viele Systemhersteller von Verbundabdichtungen schreiben in ihren technischen Merkblättern den Einsatz von GKBI-Platten als Voraussetzung für die Systemgewährleistung vor. Wer hier auf Standard-Gipskarton zurückgreift, verliert unter Umständen den Anspruch auf die Systemhaftung, selbst wenn alle anderen Schritte korrekt ausgeführt wurden.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Imprägnierte Platten sind immer dann vorgeschrieben oder dringend empfohlen, wenn ein Raum zur Feuchtraumklasse gehört. Die genaue Abgrenzung ergibt sich aus der Beanspruchungsgruppe nach DIN 18534 und den Anforderungen der jeweiligen Systemhersteller.
03Die richtige Unterkonstruktion: Stahlprofile, Abstände und Brandschutz
Eine feuchtraumgerechte Unterkonstruktion beginnt bei der Materialwahl. In Nassräumen sind ausschließlich verzinkte oder nichtrostende Stahlprofile zu verwenden. Holzständer nehmen Feuchtigkeit auf, können quellen, arbeiten und bieten Schimmelsporen einen idealen Nährboden. Selbst in der zweiten Reihe hinter einer GKBI-Beplanung sollte auf Holz verzichtet werden.
Die gängigen Stahlprofile für den Trockenbau bestehen aus feuerverzinktem Stahlblech mit einer Wandstärke von mindestens 0,6 mm, im Feuchtraum empfiehlt sich 0,8 mm. UW-Profile (Wand- und Deckenprofile) bilden den Rahmen, CW-Profile die senkrechten Ständer. Der Abstand der CW-Ständer beeinflusst direkt die spätere Belastbarkeit der Wand sowie den zulässigen Schraubenraster.
Bei einem Ständerabstand von 625 mm arbeiten die Platten auf Stoß an den Ständern, was den normgerechten Verschraubungsraster vereinfacht. Für schwerere Fliesen, Wandheizkörper oder andere punktuelle Lasten empfiehlt sich ein reduzierter Ständerabstand von 417 mm oder die Einplanung zusätzlicher Querverstrebungen aus UA-Profil.
Schraubenabstände nach DIN 18183-1 (einlagig, Ständer 625 mm)
Bodenprofile (UW) dürfen im Feuchtraum nicht direkt auf dem Rohbeton aufliegen, ohne dass eine Trennlage verwendet wird. Eine selbstklebende Dichtmanschette oder ein EPDM-Streifen verhindert kapillare Feuchteübertragung vom Boden in das Profil. Auch Wandprofile sollten an Feuchtraumwänden mit einer solchen Dichtlage versehen werden. Wer die Badplanung digital unterstützen möchte und sich für smarte Gebäudetechnik interessiert, findet auf liasmart.de Informationen zu vernetzten Lösungen im Gebäudebereich.
Wer in einem Mehrfamilienhaus oder einem Gebäude mit Anforderungen an den Brandschutz arbeitet, muss die Unterkonstruktion zusätzlich nach den geltenden Feuerwiderstandsklassen planen. GKBI-Platten können in zugelassenen Systemaufbauten Feuerwiderstandsklassen von F30 bis F90 erreichen, sofern die Unterkonstruktion und die Plattenlage den Systemvorgaben entsprechen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Brandschutzbeauftragten.
Ein häufig übersehener Punkt ist die Durchdringung der Unterkonstruktion für Installationen. Jede Öffnung für Rohre, Kabel oder Dosen muss sauber abgedichtet werden, bevor die Beplanung beginnt. Im Feuchtraum gilt das in besonderem Maße, da unkontrollierte Feuchtigkeit in Hohlräumen langfristig zu Schäden führt.
04Wie Trockenbauplatten im Feuchtraum befestigt werden: Schrauben, Raster, Technik
Die korrekte Befestigung von Trockenbauplatten ist keine Ermessensfrage, sondern eine Normfrage. DIN 18183-1 regelt die Verarbeitung von Gipskartonplatten und gibt verbindliche Vorgaben zu Schraubenabständen, Einschraubtiefe und Plattenverlegung. An den Plattenrändern beträgt der maximale Schraubenabstand 150 mm, im Feld, also auf den Zwischenständern, sind bis zu 250 mm zulässig.
Die Schrauben müssen dabei mindestens 10 mm vom Plattenrand entfernt gesetzt werden, um ein Ausreißen des Kartons zu verhindern. Der Schraubenkopf wird dabei leicht in die Plattenoberfläche eingesenkt, ohne den Karton zu durchstoßen. Eine korrekt eingedrehte Schraube bildet eine kleine, gleichmäßige Delle, kein aufgerissenes Loch. Diese Einschraubtiefe ist mit etwas Übung leicht zu kontrollieren.
Für Feuchträume müssen korrosionsbeständige Schrauben verwendet werden. Phosphatierte TrockenbauSchrauben, wie sie im Trockenbau Standard sind, können in dauerhaft feuchten Bereichen rosten und dabei den umliegenden Gips verfärben oder sprengen. Empfohlen werden hier Schrauben aus nichtrostendem Stahl oder mit geeigneter Beschichtung, die der Feuchtraumklasse entspricht.

Platten werden grundsätzlich im Verbund verlegt, das heißt, Stöße dürfen nicht auf einer Linie liegen. Wie beim Mauerwerk gilt das Prinzip des Versatzes. Im Feuchtraum ist zudem darauf zu achten, dass die Platten nicht bündig auf dem Boden aufliegen, sondern einen Abstand von etwa 10 bis 15 mm zum Rohboden haben. Dieser Abstand schützt vor kapillarer Wasseraufnahme und wird später von der Abdichtung überbrückt.
Die Plattenstöße müssen verspachtelt werden, bevor die Abdichtung aufgebracht wird. Verwenden Sie dafür Fugenspachtel mit Bewehrungsstreifen (Fugenband), um Rissbildung durch Bewegung zu verhindern. Im Feuchtraum empfiehlt sich ein spezieller Flexspachtel, der geringfügige Bewegungen der Konstruktion elastisch aufnehmen kann.
Wer Trockenbauplatten in Feuchträumen selbst verarbeiten möchte, sollte sich vorab mit der Verbraucherzentrale über typische Ausführungsfehler informieren. Fehler beim Plattenraster oder der Schraubenwahl zeigen sich oft erst Jahre später, wenn die Fliesen Risse bekommen oder sich ablösen.
05Verbundabdichtung und Anschlussfugen: Das A und O im Nassbereich
Selbst die beste GKBI-Platte ist ohne eine funktionierende Abdichtungsebene im direkten Nassbereich nicht ausreichend. Die Verbundabdichtung, in der Praxis oft als Flüssigfolie bezeichnet, wird direkt auf die verspachtelte Plattenoberfläche aufgebracht und bildet eine wasserundurchlässige Membran hinter dem Fliesenspiegel. Sie muss vollflächig und blasenfrei aufgetragen werden, mindestens in zwei Lagen und mit Einbettung eines Gewebes an Ecken und Fugen.
Besonders kritisch sind die Anschlussbereiche: Wand zu Boden, Wand zu Wanne, Wand zu Duschtasse. Hier arbeitet die Konstruktion durch Temperaturschwankungen und mechanische Belastung minimal, aber dauerhaft. Ein starr verspachtelter Anschluss reißt unweigerlich auf. Dauerelastische Dichtstoffe auf Silikonbasis oder spezielle Hybridabdichtungen sind hier die richtige Wahl.
Anschlussdichtbänder, die in die Flüssigfolie eingebettet werden, sichern die Übergänge zusätzlich ab. Sie sind vorgeformte Elastomerbänder, die exakt auf die übliche Dehnungsbewegung an Boden-Wand-Übergängen abgestimmt sind. Viele Systemhersteller bieten diese Bänder als Teil ihres Abdichtungssystems an und setzen sie als Voraussetzung für die Systemkonformität voraus.
Trockenzeit Verbundabdichtung vor Fliesenverlegung (Richtwert nach Herstellerangaben)
Sanitärdurchdringungen wie Rohre, Armaturen oder Einbaudosen müssen einzeln abgedichtet werden. Manschetten, Formteile und spezielle Dichtringe gehören dabei zum Systemzubehör. Ein häufiger Fehler ist es, diese Stellen nur mit Silikon zu verschließen und die Flüssigfolie drumherum zu führen, was keinen dauerhaften Verbund schafft.
Nach dem vollständigen Aushärten der Abdichtungsschicht folgt die Fliesenverlegung. Der Kleber muss mit der Abdichtung systemkompatibel sein. Nicht jeder Fliesenkleber haftet auf jeder Flüssigfolie. Prüfen Sie die Technischen Merkblätter beider Produkte und stimmen Sie die Materialien aufeinander ab. Im Zweifelsfall hilft ein Systemhersteller weiter.
Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb bestätigen, dass die Abdichtung normgerecht ausgeführt wurde. Im Streitfall, etwa bei einem Wasserschaden, ist ein Nachweis über die fachgerechte Ausführung wertvoller als jede mündliche Versicherung. Auf unserer Seite zu abgeschlossenen Projekten zeigen wir, wie solche Aufbauten in der Praxis aussehen.
- Flüssigfolie vollflächig und in mindestens zwei Lagen auftragen
- Ecken und Fugen mit Dichtgewebe sichern
- Boden-Wand-Anschlüsse mit dauerelastischem Dichtstoff schließen
- Anschlussdichtbänder an allen Übergängen einbetten
- Sanitärdurchdringungen mit Systemmanschetten abdichten
- Fliesenkleber auf Kompatibilität mit der Abdichtung prüfen
06Typische Fehler und wie Sie sie von Anfang an vermeiden
Der häufigste Fehler beim Feuchtraum-Trockenbau ist der Einsatz falscher Platten. Immer wieder werden Standardplatten verbaut, weil sie günstiger oder gerade verfügbar sind. Die kurzfristige Ersparnis wird mittelfristig durch Schimmelschäden, aufgequollene Gipskerne und gelöste Fliesen teuer bezahlt. GKBI-Platten sind im Feuchtraum keine Option, sondern Pflicht.
Ein weiterer klassischer Fehler ist das Einbauen von Holzlatten als Verstärkung für Handtuchhalter oder Spiegel. Holz im Nassbereich quillt, schimmelt und verliert seine Haltekraft. Verwenden Sie stattdessen eingelegte UA-Profile aus verzinktem Stahl oder spezielle Trockenbau-Kippdübel, die für die tatsächlichen Lasten ausgelegt sind.
Fugen ohne Bewegungsausgleich sind eine weitere häufige Ursache für Schäden. Wer Anschlussfugen starr verspachtelt, schafft eine Sollbruchstelle. Gerade im Übergangsbereich zwischen Wanne und Wand oder zwischen Boden und Wand entstehen durch Wärmedehnung und Nutzungsbelastung immer Bewegungen, die elastisch aufgenommen werden müssen.
Ständerabstände und typische Anwendungen im Feuchtraum-Trockenbau
Zu früh geflieste Flächen sind ein Problem, das viele Heimwerker unterschätzen. Flüssigfolie braucht ausreichend Trockenzeit, die je nach Produkt und Raumklima zwischen 24 und 72 Stunden betragen kann. Wer zu früh anfängt, riskiert eine Abdichtung, die unter dem Fliesenkleber noch arbeitet und dabei Haftungsdefizite erzeugt. Wer im Zuge einer Badsanierung auch über eine neue Wärmepumpe oder modernere Heiztechnik nachdenkt, findet auf solarsorglos.de weiterführende Informationen zu Heizung und Gebäudeenergie. Einen hilfreichen Überblick zu Förderprogrammen und Finanzierungsmöglichkeiten rund um Sanierungsmaßnahmen bietet finanzpost.de mit praxisnahen Erklärungen zu Förderbedingungen.
Auch das Vergessen von Schallschutzstreifen an Boden- und Wandprofilen wird unterschätzt. Sie reduzieren nicht nur die Schallübertragung, sondern dichten auch kapillar ab und entkoppeln die Stahlkonstruktion elastisch von harten Bauteilen. Im Feuchtraum hat dieser Streifen also eine Doppelfunktion.
Wer diese Fehler vermeiden möchte, sollte auf erfahrene Fachbetriebe setzen oder zumindest eine qualifizierte Ausführungsberatung in Anspruch nehmen. Eine Fehlstelle in der Abdichtung ist im fertigen Zustand nicht sichtbar, kann aber Jahre später zu einem massiven Wasserschaden führen, der weit über das Bad hinausgeht.
07Kosten, Förderung und Planung: Was Sie vor dem Start wissen sollten
Feuchtraum-Trockenbau ist im Vergleich zu konventionellem Putzaufbau in vielen Fällen schneller und materialsparender. Die Trockenbauweise ermöglicht das sofortige Einbringen von Installationen, vermeidet lange Trockenzeiten und erlaubt eine hohe Maßgenauigkeit. Für die Kostenkalkulation sind vor allem Plattentyp, Wandfläche, Abdichtungssystem und die geplanten Fliesenflächen maßgeblich.
Imprägnierte Platten kosten im Einkauf mehr als Standardplatten. Der Mehrpreis liegt je nach Plattenformat und Stärke bei etwa 20 bis 40 Prozent. Dieser Aufpreis ist jedoch im Verhältnis zu den Gesamtkosten einer Badsanierung gering und amortisiert sich durch die deutlich höhere Lebensdauer der Konstruktion.
Werden Feuchtraum-Trockenbauarbeiten im Rahmen einer energetischen Sanierung ausgeführt, etwa weil im gleichen Zug eine neue Lüftungsanlage oder Wärmedämmung eingebaut wird, können Fördermittel in Frage kommen. Die KfW-Förderbank bietet Programme für energieeffizientes Bauen und Sanieren an. Ob Ihr Projekt förderfähig ist, hängt von den konkreten Maßnahmen ab. Stand 2026, Änderungen vorbehalten. Weitere Informationen zur Förderung finden Sie auch auf unserer Seite Förderung im Überblick.

Für Maßnahmen, die der Barrierefreiheit dienen, also etwa der Einbau einer bodengleichen Dusche mit Trockenbau-Vorwandinstallation, bietet das BAFA im Rahmen des Bundesförderprogramms für effiziente Gebäude ebenfalls Zuschüsse. Die genauen Konditionen sind projektabhängig und sollten frühzeitig geprüft werden.
Die Planung beginnt immer mit einer Bestandsaufnahme. Welche Feuchtlasten sind zu erwarten? Welche Nutzungsintensität hat der Raum? Gibt es besondere statische Anforderungen, etwa wegen schwerer Natursteinfliesen? Und welche Leitungsführung soll hinter der Trockenbauwand versteckt werden? Diese Fragen bestimmen den Systemaufbau und letztlich auch das Budget.
Sprechen Sie uns gerne über unser Kontaktformular an, wenn Sie ein Feuchtraum-Projekt planen. Eine frühe Abstimmung zwischen Trockenbauer, Fliesenleger und Installateur spart Zeit, Geld und spätere Nacharbeiten erheblich.

Ein persönliches Wort von Maik Marx
Du planst gerade ein Badezimmer oder willst einen Nassbereich neu aufbauen, und jetzt fragst du dich, ob du wirklich so viel beachten musst. Ich sage dir aus Erfahrung: Ja, du musst. Ich habe in meiner Arbeit viele Bäder gesehen, die von außen tadellos ausgesehen haben und innen nach wenigen Jahren massive Schäden hatten, weil an der falschen Stelle gespart oder ein Systemschritt übersprungen wurde. Der Frust und die Kosten, die danach entstehen, sind immer größer als das, was man vorne herein investiert hätte. Feuchtraum-Trockenbau ist kein Hexenwerk, aber er verlangt Sorgfalt, das richtige Material und das Wissen, wie die Einzelteile zusammenpassen. Wenn du das beherzigst, hast du für viele Jahre Ruhe. Und wenn du dir unsicher bist, ruf einfach an.

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Häufige Fragen
Wann müssen imprägnierte Gipskartonplatten verwendet werden?
Imprägnierte Gipskartonplatten (GKBI) sind immer dann einzusetzen, wenn ein Raum zur Feuchtraumklasse gehört. Das ist laut DIN 18534 ab Beanspruchungsgruppe W1 der Fall, also überall dort, wo gelegentliches Spritzwasser auftritt, wie in normalen Bädern. Im direkten Dusch- und Badewannenbereich der Klassen W2 und W3 sind sie sogar zwingend vorgeschrieben und müssen zwingend mit einem Verbundabdichtungssystem kombiniert werden. Viele Systemhersteller von Fliesenkleber und Abdichtung schreiben GKBI-Platten als Voraussetzung für ihre Systemgewährleistung vor. Wer hier auf Standardplatten zurückgreift, riskiert den Verlust des Systemhaftungsanspruches.
Wie befestige ich Trockenbauplatten korrekt?
Trockenbauplatten werden mit korrosionsbeständigen Schrauben auf den Stahlständern der Unterkonstruktion befestigt. Die Schrauben müssen mindestens 10 mm vom Plattenrand entfernt sitzen und so eingedreht werden, dass der Kopf leicht in die Oberfläche eingesenkt ist, ohne den Karton zu durchstoßen. Auf jedem Ständer muss eine durchgehende Schraubreihe gesetzt werden, die Abstände richten sich nach DIN 18183. Im Feuchtraum sind ausschließlich Schrauben aus nichtrostendem Stahl oder mit geeigneter Korrosionsschutzbeschichtung zulässig, da phosphatierte Standardschrauben in Nassräumen rosten können.
Wo werden imprägnierte Gipskartonplatten eingebaut?
Imprägnierte Gipskartonplatten werden überall dort eingebaut, wo Feuchtigkeit oder Spritzwasser auf Wände und Decken einwirken kann. Typische Einsatzbereiche sind Badezimmer, Duschbereiche, WC-Räume, Waschküchen und Hauswirtschaftsräume. Im Wohnungsbau empfiehlt die Norm, alle Wände innerhalb von einem Meter Abstand zu Dusche oder Badewanne mit GKBI-Platten zu beplanken. Auch Decken in Feuchträumen sollten mit imprägniertem Material ausgeführt werden, da warme, feuchte Luft aufsteigt und an kühlen Decken kondensieren kann.
In welchem Abstand müssen Rigipsplatten verschraubt werden?
Die Schraubenabstände für Gipskartonplatten sind in DIN 18183-1 geregelt. An den Plattenrändern, also auf den Randständern, darf der Abstand maximal 150 mm betragen. Im Feld, das heißt auf den mittleren Zwischenständern, sind Abstände bis zu 250 mm zulässig. Diese Werte gelten für einlagige Beplankung mit einem Ständerabstand von 625 mm. Bei zweilagiger Beplankung oder reduzierten Ständerabständen können die Hersteller abweichende Vorgaben in ihren technischen Systemdatenblättern festlegen, die dann vorrangig gelten.
Muss im Feuchtraum-Trockenbau zusätzlich abgedichtet werden?
Ja, in Nassbereichen ist eine eigenständige Abdichtungsebene aus Verbundabdichtung (Flüssigfolie) zwingend erforderlich, unabhängig vom Plattentyp. Die Imprägnierung der Platte ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Direkt im Duschbereich und an Wannenanschlüssen muss die Abdichtung vollflächig auf die Plattenoberfläche aufgebracht und an Ecken und Fugen mit Dichtgewebe gesichert werden. Anschlussbereiche müssen zusätzlich mit dauerelastischem Dichtstoff oder Anschlussdichtbändern geschlossen werden.
Welche Schrauben sind für den Feuchtraum geeignet?
Im Feuchtraum dürfen keine einfachen phosphatierten Trockenbauklammern oder -schrauben verwendet werden, da diese bei anhaltender Feuchte korrodieren. Geeignet sind Schrauben aus nichtrostendem Stahl (A2 oder A4) oder Schrauben mit einer Beschichtung, die der jeweiligen Feuchtraumklasse entspricht. Viele Systemhersteller für Feuchtraum-Trockenbau geben in ihren technischen Datenblättern an, welche Schraubentypen für ihre zugelassenen Systemaufbauten freigegeben sind. Im Zweifel sollte immer die technische Dokumentation des Systemherstellers zu Rate gezogen werden.
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